Tierarztpraxis für Hunde, Katzen und Heimtiere
Propsteistrasse 4, 65795 Hattersheim - Eddersheim  Telefon: 06145 - 5860552  Mobil: 0157 - 72166924

Ein Hund soll einziehen

Egal ob es ein Welpe oder erwachsener Hund sein soll, bitte informieren Sie sich genau über die Herkunft des Hundes.

Es soll eine bestimmte Rasse sein? Wie erkenne ich einen guten Züchter?

  • Der erste Eindruck zählt. Die Anlage und das Umfeld sollten in einem sauberen Zustand sein.
  • Sie dürfen (und sollten) die Welpen auch vor Abgabetermin besuchen können. Die Mutterhündin ist auf jeden Fall dabei.
  • Je nach Rasse sind die Elterntiere nachweislich auf Erbkrankheiten untersucht und haben eine Zuchttauglichkeitsprüfung.
  • Die Welpen werden nicht isoliert gehalten – sie lernen Umweltgeräusche kennen und sind aufgeschlossen gegenüber Menschen.
  • Die Welpen machen einen gesunden Eindruck und haben keinen Durchfall, tränende Augen oder Nasenausfluss. Das Fell ist dicht und glänzt.
  • Die Züchter stellen Fragen über ihre Lebensumstände und die zur Verfügung stehende Zeit für den Hund.
  • Je nach Rasse werden gute Züchter auf die jeweiligen Eigenschaften aufmerksam machen und Ihnen unter Umständen einen Welpen verweigern, wenn die Rasse nicht auf Ihre Lebensumstände bzw. Erfahrung passt. Auch der Pflegeaufwand ist zu beachten, z.Bsp. Pudel, oder einige Terrier benötigen alle 8-12 Wochen eine spezielle Fellpflege, da sie sonst verfilzen bzw. die Haut darunter leidet. In der Zwischenzeit muss das Fell mind. 3-4 wöchentlich ordentlich gekämmt werden. Hier spielt auch der finanzielle Aspekt eine Rolle, denn ein Hundefriseur kostet Geld. Aber auch langhaarige Hunde, die ohne Friseur auskommen, müssen gepflegt werden, der Züchter wird Ihnen das geeignete Werkzeug zeigen.
  • Die Welpen werden nicht vor der 8. Woche abgegeben, sind geimpft, entwurmt (oder regelmäßig per Kotprobe auf Würmer /Giardien getestet) und gechipt.
  • Die Ahnentafel ist genau zu betrachten. Mittlerweile gibt es unzählige Rassezuchtverbände, die ihre eigenen Richtlinien festsetzen. Die Anforderungen an den jeweiligen Rassezuchtverband sollen klar einsehbar sein. Die Gesundheit der Rasse muss im Vordergrund stehen, auch wenn das bei einigen Rassen sehr grenzwertig ist.
  • Der größte Verband ist der VDH (Verband für das deutsche Hundewesen). Züchter, die im VDH züchten, unterstehen strengen Richtlinien, die auch sorgfältig kontrolliert werden. Der Weg zur eigenen Zucht ist zeitaufwendig und teuer. Wenn man die Kosten für Aufzucht, Gesundheitsuntersuchungen, Ausstellungen, eventuelle Arbeitsprüfungen etc. zusammenrechnet, erschließt sich ganz leicht, dass man für einen Rassehund einen entsprechenden Preis zahlen muss. In der Regel liegt er ab 1000,- € aufwärts.
  • Es ist nichts dagegen einzuwenden, einen Mischlingswelpen aufzunehmen. Aber auch hier gelten die o.g. Kriterien für eine vernünftige Aufzucht.

Finger weg wenn:

  • Welpen ohne Mutter angeboten werden
  • Ihnen der Welpe „entgegengebracht“ werden soll und sie den Hund das erste Mal sehen (sogenannte Kofferraum-Welpen stammen in der Regel aus dem Ausland und werden unter furchtbaren Bedingungen geboren und aufgezogen. Die Mutterhündin ist eine Zuchtmaschine, die sooft sie kann, Welpen gebären muss).
  • Das Tier vermutlich aus dem Ausland stammt und noch keine 15 Wochen alt ist bzw. keine gültige Tollwutimpfung besitzt
  • Eine weitere „Masche“ von Welpenhändlern ist das Vortäuschen einer angeblich plötzlichen Allergie, die dazu veranlasst, den Welpen sofort weiterzuverkaufen.
  • Mitleid ist bei diesen Welpen ein großes Problem, denn je mehr Welpen „freigekauft“ werden, umso mehr Welpen werden produziert.

Wir als Tierarztpraxis sind verpflichtet, Welpen, die illegal aus dem Ausland exportiert worden sind, beim Veterinäramt anzuzeigen. Die neuen Besitzer erwartet u.U. eine hohe Geldstrafe. Auf den Welpen kommt je nach Herkunft eine Quarantäne zu. Der Grund dieser strengen Gesetze liegt in der Gefahr der Einschleppung des Tollwut-Virus. Eine Tollwut-Infektion ist nicht immer äußerlich erkennbar und kann zu einer tödlichen Gefahr für Menschen und Tieren führen, die mit diesem Welpen / Tier Kontakt hatten.

Ein Hund aus dem Tierschutz

Die Tierheime in Deutschland sind restlos überfüllt. Deshalb entscheiden sich glücklicherweise viele Menschen, diesen Hunden ein neues Zuhause zu geben. Leider ist es oft so, dass ältere oder berufstätige Leute keinen Hund aus dem Tierheim bekommen, auch wenn sie dem Hund ein schönes Leben bieten könnten. Ohne Frage muss man die Tierheime verstehen, da sie natürlich keine Wanderpokale aus ihren Schützlingen machen wollen. Andererseits öffnet es dubiosen Tierschutzorganisationen die Türen, denn dort ist es leider oft überhaupt kein Problem, sofort einen Hund zu bekommen.

Woran erkenne ich eine seriöse Tierschutzorganisation?

  • Ziel sollte nicht sein, so viele Hunde wie möglich nach Deutschland zu vermitteln, sondern die Hauptaufgabe liegt im Tierschutz vor Ort (Kastrationen, Impfungen, Versorgung der Straßenhunde etc.)
  • Ist es ein eingetragener Verein und ist er als gemeinnützig anerkannt?
  • Gibt es auf der Homepage ein seriöses Impressum?
  • Gibt es Partnertierheime und Pflegestellen vor Ort?
  • Wie sieht die Vermittlung aus? Gibt’s es die Möglichkeit, den Hund hier in Deutschland auf einer Pflegestelle zu besuchen?
Gerne beraten wir Sie, sollten Sie sich für einen neuen Mitbewohner entschieden haben. Auch wir sind immer daran interessiert, dass Sie glücklich mit ihm werden.

Ihr Praxisteam